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 Boston, 29. Jänner 1792

Grüß dich gott, mein liebes Stanzerl, mein Herzerl, Bagatellerl usf. usf.

Ich hab dir schon mal auf see geschrieben, einen so schönen, herzigen, klugen brief, doch der wind hat ihn mitgenommen, weils keine moewen mehr gab hier draußen auf dem hohen meer. Vielleicht hat der wind das brieferl geradewegs zu dir getragen und du drückst es nun an deinen busen, an den ich … nein, nein, nein. Mein bubderl schreit nach dir, aber ich hab ihn gescholten, dass er soll brav sein und still halten. Jetzt bin ich hier in Boston, bei Familie Hermann, du hast den kleinen Ferdinand mal auf dem schoß geschaukelt, lang ists doch her. Hörmen, sagen sie alle, und der kleine Ferdinand ist Freddie. Mir geht es gut hier, Mme Hörmen hat meine reisekrankheit, die mich auf see wie eine dieser schrecklichen wellen überrollt hat, curiert.

Heute war ich bei Herrn Innocenti, der aber nur so heißt. Er hat noch nichts von mir gehört, aber schon alles verkauft, was ich hier zu schreiben gedenke. Ein jedes zweite wort ist ›Deal‹, das soll so viel heißen als wie ein d’accord, aber ich denke mir meinen teil und furze abends drauf.

Stanzerl, Wanzerl, ich weiß nicht, was ich hier soll, aber so haben wirs ja abgemacht, und ich muss mich wohl noch accomodieren. Ans fernsein von deinem arscherl accomodier ich mich nie, sei’s gewiss.

100 001 busserln, hab keine sorgen meinetwegen, denn hier weiß ich nichts von verdrüßlichkeit, nichts außer deiner abwesenheit. Dein Mozart.

 

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