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Aber ja: Mozarts Musik gefällt mir, das kann ich zugeben, es gibt viele angenehme Stellen in ihr und ich ertappe mich zuweilen dabei, dass ich eine seiner Melodien vor mich hin pfeife, sei es, dass ich sie zuvor auf dem Theater gehört habe oder sie mir der Wind von der Gasse herauf zugetragen hat und sie mir tagelang nicht aus dem Ohr gehen will. Da geht es mir wie Mozarts Starenvogel, den er vor einigen Jahren um 34 Kreuzer von einem Hausierer gekauft hat. Das hat mir der Weigl mal erzählt, der Theaterkapellmeister, der ja den Mozart gut kennt. Kaum hatte Mozart sein Klavierkonzert geschrieben (das in G-Dur war es, glaube ich zu erinnern), pfiff der Vogel in seinem Bauer ein Motiv daraus. Das gelehrige Kerlchen muss die Melodie von Mozart selbst oder einem seiner Schüler, der als Kopist zur Hand gegangen war, abgehört und nachgepfiffen haben. So geht es mir auch mit manchen seiner Arias, und ich werde noch nicht mal mit 34 Kreuzer dafür entlohnt.

Nun bin ich der Meinung, dass man die Musik nicht verstehen können soll, dafür sind die Musiker da. Ich muss auch nicht das Kürschnern verstehen, damit mich nur mein Mantel anständig wärmt. Aber es gibt auch andere Melodien und andere Herren Kompositeure, da kann ich gleich zehn am Stück herzählen: Stamitz, Paganelli, Salieri, Dittersdorf, Reicha, Rosetti, na sicherlich: Haydn. Und alles, was ich von diesen Herren bisher gehört habe, hat mich erfreut. (Bastienne hieß übrigens die kleine Schäferin, gerade fällt es mir wieder ein.)

Was ich damit sagen will: Es ging mir nicht um Mozart, als ich auf Constanzes Vorschlag, die Bitte, das Ansinnen – wie soll ich’s wohl nennen – einging. Ich schreibe das in der Rückschau, und wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß ... Nicht, dass ich rundweg abgelehnt hätte, als sie mir durch Baron van Swieten hat ausrichten lassen, sie wolle sich mit mir treffen, denn ich könne ihr in einer äußerst wichtigen, geradezu lebenswichtigen Mission beistehen. Ich hätte nicht die ganze Sache von mir gewiesen, ich hätte nur meine Bedingungen gestellt und im einen oder anderen entscheidenden Augenblick anders entschieden.

 

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